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SPRING CLEANING: Ich miste aus

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Wenn es um Kleidung geht, bin ich normalerweise eine kleine Horterin – ich kann mich wirklich nicht leicht von einzelnen Stücken trennen. Jedes Mal denke ich mir „ach, vielleicht zieh ich es ja doch irgendwann mal an“, „das könnte ja doch mal ganz praktisch sein“ oder „das hatte ich an einem besonderen Tag an, das kann nicht weg“.

Letzte Woche habe ich mir jedoch einen Ruck gegeben und es tatsächlich gewagt richtig radikal auszumisten. Wie ich mich dazu überwunden habe und welche Tipps und Tricks du beachten kannst, um deinen Kleiderschrank sinnvoll zu minimalisieren, zeige ich dir heute.

Der Auslöser für diese Ausmist-Aktion war bei mir eigentlich ein ganz normaler Morgen an dem ich vor meinem riesigen Kleiderschrank stand und wie immer dachte „Ich hab nichts zum anziehen.“ Also ziehe ich eins von den 5-6 Oberteilen/Jeans/Westen an, die ich sowieso ständig trage, weil ich sie so gerne mag. Ich bin einfach, zumindest was meine eigene Klamottensammlung betrifft, nicht mehr ganz so experimentierfreudig. Damit meine ich, dass ich mir nicht selten neue Dinge kaufe, die ich dann 1-2 Monate wirklich gerne und immer trage und dann wieder neue Teile in meinen Schrank wandern, die die „alten“ ersetzen. Ich öffne meine Kleiderschrank also nicht, um wirklich in dessen Tiefen herumzuwühlen und Dinge, die ich schon länger besitze wieder neu für mich zu entdecken, sondern sehe mir die meisten Teile an und denke nur „Das bin nicht mehr ich.“ oder „Was zur Hölle habe ich mir dabei gedacht, für dieses Teil tatsächlich Geld auszugeben?“ Tja, und so kam es auf einmal über mich und ich entschloss mich dazu, einiges auszusortieren.

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Bei mir hat die gesamte Aktion 2 Tage gedauert, da ich am ersten Tag noch nicht ganz so mutig war und nur die Sachen auf den „Kommt weg“-Stapel geworfen habe, die ich wirklich, wirklich hässlich fand. Ich muss zugeben, an Tag 1 war besagter Stapel noch nicht ganz so hoch. :) Am zweiten Tag hatte ich dann irgendwie wieder einen klareren Blick auf meinen Kleiderschrank und beschloss, mich diesmal radikal von allem zu trennen, das ich lange nicht mehr getragen habe. Gesagt – getan! Bei manchen Teilen ist es mir wirklich nicht leicht gefallen, aber mal ehrlich, was bringt es denn, so viel Gewand in seinem Kasten zu lagern, das dort wirklich nur herumliegt? Gewand, über das sich andere vielleicht viel mehr freuen würden. Gewand, das recycled werden – und damit der Umwelt etwas Gutes tun könnte. Mehr zum Thema „Was mache ich mit meinen aussortieren Klamotten?“ erfährst du weiter unten im Post. Jedenfalls ist es nun vollbracht, mein Schrank ist tatsächlich ziemlich minimalistisch geworden – für meine Verhältnisse zumindest. Jetzt aber zu ein paar Methoden, die dir das ausmisten vielleicht ein wenig erleichtern könnten.

DSC037021. Die Kleiderbügel-Methode

Diese Methode ist nur interessant für dich, wenn du entweder eine Kleiderstange besitzt oder dein gesamtes Gewand hängend im Schrank aufbewahrst. Hier musst du ganz einfach die Stücke, die du getragen hast – nach dem Waschen versteht sich – mit umgedrehtem Haken wieder zurück hängen. Das Ganze kannst du solange durchführen, wie du möchtest. Ich persönlich halte einen Monat für sinnvoll. Nach dieser Zeit kannst du ganz einfach einen Blick auf deine Kleiderstange werfen – wieviele, und vor allem welche Stücke hast du gar nicht getragen? Vielleicht hast du sie sogar völlig ignoriert und überhaupt nicht wahrgenommen? Dann ist es definitiv Zeit, sich zu verabschieden.

DSC036852. Ja, Nein, Vielleicht – was macht mich glücklich?

Ganz wichtiger Tipp: Stapel machen. Jeweils einen für die Teile, die auf jeden Fall bleiben dürfen, einen für die, die sofort gehen müssen und einen für die Vielleicht-Teile. Jetzt denkst du dir wahrscheinlich: Ja Sarah, vielen Dank für den großartigen Tipp. Und was mache ich jetzt mit dem Vielleicht-Stapel? Ganz einfach: Schau dir die Teile einzeln genau an und – es klingt vielleicht völlig irre – aber hör in dich hinein und überleg dir, ob und wenn ja weshalb du an diesem Stück hängst. Hast du eines davon seit einer Ewigkeit nicht mehr getragen, kannst dich aber erinnern, es bei deinem ersten Date mit deinem Freund angehabt zu haben? Hast du vielleicht ein Teil von einem lieben Menschen geschenkt bekommen? Die Kernfrage ist: Macht es dich glücklich, das Stück zu sehen? Verbindest du eine für dich wichtige Geschichte damit? Dann behalte es. Das ist absolut in Ordnung, weil Fashion nicht in erster Linie dazu da ist, gesehen und bewundert zu werden. Fashion soll dich glücklich machen. Sei es, dass du dich in bestimmten Teilen absolut wohl fühlst, wenn du sie trägst oder eben die einfache Tatsache, dass du sie gerne im Kleiderschrank siehst weil sie dir aus irgendeinem Grund ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Alle anderen Teile können wieder rigoros aussortiert werden und somit auf den Nein-Stapel wandern.

DSC03687DSC036943. Saison-Mode

Hier hast du die Möglichkeit, dir beispielsweise Vakuum-Beutel zu besorgen und so im Sommer jeweils alle Winterklamotten und umgekehrt, platzsparend zu verstauen. So behältst du in der jeweiligen Saison den Überblick im Schrank und freust dich zu Beginn einer neuen Saison über deine eigentlich schon fast vergessenen Teile, die monatelang irgendwo verstaut waren.

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Nun zu der Frage: Was tun mit der aussortieren Kleidung?

Mein persönlicher erster Schritt ist es immer, beispielsweise meine Schwester oder Freundinnen zu fragen, ob ihnen vielleicht etwas davon gefällt. Das ist auch recht häufig der Fall, da es doch ganz aufregend sein kann, in anderen Kleiderschränken zu stöbern. Nach diesem Schritt ist der Stapel also meist schon etwas kleiner. Anschließend gibt es für mich zwei Möglichkeiten, die Kleidung auf vernünftige Art und Weise loszuwerden – wegschmeißen ist sicherlich keine Option und für mich absolut unverständlich.

Möglichkeit Nummer 1 ist natürlich, die Kleidungsstücke zu spenden. Das habe ich bisher eigentlich immer so gemacht – ich finde den Gedanken, einem anderen Menschen damit vielleicht eine kleine Freude bereiten zu können, wunderschön. Über bestimmte Organisationen und Möglichkeiten, deine Teile bedürftigen Menschen in deiner Nähe zukommen zu lassen, kannst du dich ganz einfach im Internet schlau machen.

Ein anderer Weg wäre es, die Kleidung zu recyceln. Hierzu bietet dir H&M momentan eine einfache Möglichkeit: Vom 18. bis zum 24. April 2016 kannst du deine aussortierten Teile tütenweise in einer beliebigen Filiale abgeben und erhältst dafür Rabatt auf deinen nächsten Einkauf. Witzigerweise hatte ich diesen Beitrag schon zur Hälfte geschrieben, als ich von der Aktion gehört habe. Trifft sich also ganz gut und ich wollte euch die Information deshalb nicht vorenthalten. Soweit ich weiß, kann man das prinzipiell das ganze Jahr über machen – lediglich die Rabatte sind in der momentanen Recycle Week anscheinend großzügiger. H&M wirbt damit, dass das Recyceln eines einzelnen T-Shirts bis zu 2.100 Liter Wasser sparen kann – stell dir also vor, was diese Aktion insgesamt für die Umwelt bewirken kann. Ich finde das eine ganz tolle Sache.

In diesem Sinne: Happy Spring Cleaning!

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7 Comments

  • Reply
    Carrie
    22/04/2016 at 11:49

    das mach ich auch immer wieder mal, toller Beitrag
    http://carrieslifestyle.com

  • Reply
    Jen
    22/04/2016 at 12:41

    Das kennen wir alle. Soviel Kleidung und doch nichts zum Anziehen. ;) Die Kleiderbügelmethode finde ich super. Liebe Grüße Jen

  • Reply
    Tina
    26/04/2016 at 12:33

    Toller Beitrag! Ich muss mich echt mal überwinden auszumisten und die H&M Aktion finde ich ja super und umweltfreundlich es auch !

    Liebe Grüße, Tina
    http://www.citylover.at

  • Reply
    Sophia
    10/05/2016 at 9:06

    Schöne Fotos und ich kenne den Struggle nur zu gut :P
    Ich bevorzuge Kleider spenden, wobei ich auch echt immer lange brauche um eine Organisation zu finden welche kein Geld daraus macht.
    Liebe Grüße ♥

  • Reply
    Eva
    16/05/2016 at 12:35

    Cooler Beitrag! Ich habe letztens auch mal wieder aussortiert und jetzt stimmt das mit dem „ich habe nichts zum anziehen“ wirklich.. zumindest fast. :D Ich habe radikal aussortiert (was wirklich lang gedauert hat, da ich einige Dinge immer wieder auf den „ach das zieh ich schon irgendwann wieder an- Stapel“ getan habe) und stocke jetzt wieder etwas mit Fair Fashion auf.. mal sehen wie das wird. :)
    Das Einzige was ich etwas schade finde ist, dass die Aktion von H&M ziemlicher Fake ist.. Leider! Die Dinge kann man fast nicht recyceln.. das erzählt Maddie auf ihrem Blog nachdem sie sich mit den Leuten von H&M unterhalten hat. Ich wünschte es wäre anders, denn die Entsorgung ist wirklich nochmal eine andere Herausforderung als das Aussortieren alleine. Hier geht’s zum Blogpost von Maddie: http://dariadaria.com/2016/05/ich-war-bei-hm.html

    Liebe Grüße
    Eva
    http://www.chevassion.com

    • Reply
      sarah
      16/05/2016 at 14:31

      Hey liebe Eva,

      Vielen Dank für deinen aufschlussreichen Kommentar! Ich freue mich immer sehr, wenn man sich die Zeit nimmt den Beitrag wirklich zu lesen und den Inhalt zu kommentieren :)
      Habe mir den Beitrag von Maddie gerade durchgelesen und bin (wie so oft) ebenso begeistert von dem was sie tut und in die Welt hinausträgt wie schockiert darüber, was dort zu lesen ist. Man muss einfach wirklich genauer hinsehen und nicht auf Schlagwörter wie „Recycling“ oder „Nachhaltig“ hereinfallen. Ich muss leider zugeben, dass ich die ganze Aktion zu wenig hinterfragt habe und sie zeitlich einfach in das Veröffentlichungsdatum meines Beitrages gepasst hat – daher meine Erwähnung :)

      Alles alles Liebe und hab noch einen schönen Tag,
      Sarah

      • Reply
        Eva
        17/05/2016 at 22:47

        Ja da hast Du vollkommen Recht! Das kann ich verstehen und sollte kein Vorwurf sein :) Es ist ja grundsätzlich keine schlechte Idee sondern einfach nur blöd umgesetzt. Wie so vieles… Leider! Aber ich finde es cool, dass sich immer mehr Menschen mit diesen Themen auseinandersetzen. Das ist so viel Wert und freut mich richtig! :)
        Danke, das wünsche ich Dir auch!
        GLG Eva

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